Zum Inhalt springen
Finance Fox
UnternehmenErklärvideo · 5:14 Min.

Fynbiz erklärt: Ein Angebot ist noch kein Vergleich

Viele Mittelständler fragen für einen Kredit nur ihre Hausbank. Dieser Beitrag erklärt, wie die Finanzierungsplattform Fynbiz funktioniert, wer sie bezahlt, wo ihre Grenzen liegen und woher die Angaben stammen.

Stand: 23. September 2026 · 7 Quellen ansehen

Auf einen Blick

Alle Fakten →
Betreiber
COMPEON GmbH, Berlin; seit Februar 2026 gemeinsamer Auftritt mit FinCompare unter dem Namen Fynbiz
Rechtliche Einordnung
Darlehensvermittler mit Erlaubnis nach §34c GewO, keine Bank, verleiht selbst kein Geld
Reichweite
Laut Anbieter über 300 Banken und Spezialfinanzierer

Stand: 23. September 2026 · Herstellerangabe

Transkript anzeigen

Vier von zehn Mittelständlern erleben ihre Bank gerade als restriktiv. Warum fragt der Fuchs trotzdem nur eine? Seine Firma braucht 150.000 Euro für eine neue Maschine. Und der Weg dahin ist bei ihm derselbe wie immer: ein Termin, eine Bank, ein Angebot.

Das ist kein Leichtsinn. Das ist Gewohnheit. Laut Daten der KfW hatte 2017 gut jedes zweite kleine oder mittlere Unternehmen Kreditbeziehungen zu nur einem einzigen Institut. Und 93 Prozent hatten eine Hausbank. Man kennt sich, man vertraut sich, die Unterlagen liegen schon dort. Das ist bequem. Aber bequem heißt noch nicht günstig.

Denn ein einzelnes Angebot hat ein Problem: Es gibt nichts, womit man es vergleichen könnte. Ob ein Zinssatz gut ist, zeigt sich erst neben einem zweiten und dritten. Und 2026 wird es enger. Laut KfW- ifo-Kredithürde meldeten im zweiten Quartal 40,5 Prozent der Mittelständler mit Kreditinteresse restriktive Banken. Der höchste Wert seit 2017. Wer dann nur an eine Tür klopft, hat kaum Spielraum. Der Fuchs merkt: Das Problem ist nicht die Hausbank. Das Problem ist, dass sie die einzige Tür ist.

Genau hier setzen Finanzierungsplattformen an. Eine davon ist Fynbiz. Dahinter steht die COMPEON GmbH aus Berlin, seit Februar 2026 gemeinsam mit FinCompare unter dem Namen Fynbiz. Fynbiz ist keine Bank. Es ist ein Vermittler mit Erlaubnis nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung. Die Plattform verleiht also selbst kein Geld. Sie bringt Unternehmen und Geldgeber zusammen.

So funktioniert es: Das Unternehmen stellt eine Finanzierungsanfrage, mit Betrag, Zweck und Unterlagen. Die Plattform leitet sie an passende Finanzierer weiter. Laut Anbieter sind das über 300 Banken und Spezialfinanzierer. Zurück kommen im besten Fall mehrere Angebote, die sich nebeneinanderlegen lassen. Welches Angebot das Unternehmen annimmt, entscheidet es selbst. Eine Zusage ist nicht garantiert.

Einige Eckdaten. Die Plattform richtet sich laut AGB nur an Unternehmer, nicht an Privatpersonen. Anfragen sind laut Anbieter ab 1.000 Euro möglich, von Betriebsmittelkredit und Firmenkredit bis zu Leasing und Mietkauf. Eine feste Obergrenze nennt der Fuchs bewusst nicht. Die Angaben dazu widersprechen sich je nach Quelle.

Bleibt die Frage, die sich der Fuchs bei jedem kostenlosen Angebot stellt: Wer bezahlt das eigentlich? Laut Anbieter ist die Anfrage kostenlos. Laut AGB zahlt bei erfolgreicher Vermittlung der Finanzdienstleister eine Provision. Deren Höhe wird individuell vereinbart und ist nicht öffentlich. Außerdem erlauben die AGB ein Erfolgshonorar vom Unternehmen selbst, wenn das vorher individuell vereinbart wurde. Und wer die Plattform umgeht, um die Provision zu sparen, riskiert laut AGB einen pauschalen Schadensersatz von 2.500 Euro. Der Fuchs zieht daraus eine nüchterne Regel: Vermittlungskosten können im Zins stecken. Vergleichbar ist deshalb nur der effektive Jahreszins mit allen Gebühren.

Was spricht dafür? Eine Anfrage erreicht viele Geldgeber, statt nur einen. Das kann Zeit sparen und schafft genau das, was vorher fehlte: eine Vergleichsbasis. Die Plattform ist als Darlehensvermittler im Register eingetragen. Und laut einem Test von financer.de steht sie bei Trustpilot bei 4,6 von 5 Sternen, aus über 800 Bewertungen.

Aber es gibt Grenzen. Erstens die Daten. Schon für den Vergleich braucht es viele Unterlagen, teils auch private Finanzangaben. Mit Zustimmung wird die Anfrage an mehrere Finanzierer weitergegeben, auf Wunsch sogar mit automatisierter Kontoanalyse. Zweitens: Einen anonymen Vergleich gibt es nicht. Wer Angebote sehen will, legt seine Zahlen offen. Drittens: Die Plattform ist kein Wundermittel. Wer bei der Hausbank wegen schwacher Bonität scheitert, bekommt auch hier keine Zusage garantiert. Und viertens: Konkrete Zinsbeispiele veröffentlicht der Anbieter nicht. Was ein Kredit kostet, zeigt erst das Angebot.

Für wen kann das passen? Für Unternehmen mit einem klaren Vorhaben, sauberen Unterlagen und einem Betrag, bei dem sich Vergleichen lohnt. Weniger passend ist es für Privatpersonen, für sehr kleine Beträge oder für alle, die ihre Zahlen nicht teilen wollen.

Und die Alternativen? Die naheliegendste bleibt die Hausbank, am besten mit einem Vergleichsangebot in der Tasche. Man kann auch selbst bei weiteren Banken und Sparkassen anfragen. Das kostet Zeit, gibt aber volle Kontrolle. Und für Förderkredite der KfW führt der Weg ohnehin über einen Finanzierungspartner. Das muss aber nicht die eigene Hausbank sein. Wichtig dabei: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Und der Fuchs? Er geht wieder zu seiner Hausbank. Aber diesmal nicht mit leeren Händen. Er hat mehrere Angebote, er kennt den effektiven Jahreszins, und er weiß, wer an seinem Kredit mitverdient. Denn ein Angebot ist eine Antwort. Erst mehrere Angebote sind ein Vergleich. Hinweis: Finance Fox Studio kann für Vermittlungen über Links auf dieser Website eine Provision erhalten. Dieses Video ist keine Finanzierungsberatung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein einzelnes Kreditangebot lässt sich nicht bewerten. Ob ein Zinssatz gut ist, zeigt sich erst neben einem zweiten und dritten Angebot.
  • Laut KfW-ifo-Kredithürde meldeten im zweiten Quartal 2026 40,5 % der Mittelständler mit Kreditinteresse restriktive Banken, der höchste Wert seit 2017.
  • Fynbiz ist keine Bank, sondern ein registrierter Darlehensvermittler (§34c GewO). Eine Anfrage geht laut Anbieter an über 300 Banken und Spezialfinanzierer.
  • Für Unternehmen ist die Anfrage laut Anbieter kostenlos. Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt laut AGB der Finanzdienstleister eine Provision, deren Höhe nicht öffentlich ist.
  • Vergleichbar ist nur der effektive Jahreszins inklusive aller Gebühren, weil Vermittlungskosten im Zins stecken können.

Erklärung

Viele kleine und mittlere Unternehmen fragen für einen Kredit nur ihre Hausbank. Das ist bequem, aber ein einzelnes Angebot lässt sich mit nichts vergleichen. Die Frage ist nicht, ob die Hausbank schlecht ist, sondern ob sie die einzige Tür bleiben sollte.

Fynbiz ist eine Online-Plattform für Unternehmensfinanzierung und ein registrierter Darlehensvermittler: Eine Anfrage geht laut Anbieter an über 300 Banken und Spezialfinanzierer, zurück kommen im besten Fall mehrere Angebote. Welches das Unternehmen annimmt, entscheidet es selbst.

Wichtige Fakten

Stand: 23. September 2026. Alle Angaben: Herstellerangabe. Angaben können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben des Anbieters.

Betreiber
COMPEON GmbH, Berlin; seit Februar 2026 gemeinsamer Auftritt mit FinCompare unter dem Namen Fynbiz
Rechtliche Einordnung
Darlehensvermittler mit Erlaubnis nach §34c GewO, keine Bank, verleiht selbst kein Geld
Reichweite
Laut Anbieter über 300 Banken und Spezialfinanzierer
Zielgruppe
Laut AGB ausschließlich Unternehmer (§14 BGB), keine Privatpersonen
Finanzierungsarten
Laut Anbieter ab 1.000 €: Betriebsmittelkredit, Firmenkredit, Leasing, Mietkauf

Kosten

  • Die Anfrage und die Nutzung des Portals sind laut Anbieter und AGB (Stand 25.02.2026) für Unternehmen grundsätzlich kostenlos.
  • Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt laut AGB der Finanzdienstleister eine Provision. Deren Höhe wird individuell vereinbart und ist nicht öffentlich.
  • Ein Erfolgshonorar vom Unternehmen selbst erlauben die AGB nur, wenn es vorher individuell vereinbart wurde.
  • Wer die Plattform umgeht, um die Provision zu sparen, riskiert laut AGB einen pauschalen Schadensersatz von 2.500 €.
  • Öffentliche Zins- oder Konditionsbeispiele für Firmenkredite gibt der Anbieter nicht an. Was ein Kredit kostet, zeigt erst das konkrete Angebot.

Stand: 23. September 2026. Preise und Tarife können sich ändern.

Für wen?

Passt eher zu

  • Unternehmen mit einem konkreten Vorhaben, etwa Investition, Betriebsmittel, Leasing oder Mietkauf.
  • Unternehmen mit vollständigen Unterlagen und einem Betrag, bei dem sich ein Vergleich lohnt.

Passt eher nicht zu

  • Privatpersonen: Laut AGB richtet sich die Plattform nur an Unternehmer.
  • Sehr kleine Beträge, bei denen sich der Aufwand eines Vergleichs nicht lohnt.
  • Wer Unternehmens- und teils private Finanzdaten nicht an mehrere Finanzierer weitergeben möchte.

Grenzen und Nachteile

  • Daten: Schon für den Vergleich sind viele Unterlagen nötig, teils auch private Finanzangaben. Mit Zustimmung wird die Anfrage an mehrere Finanzierer weitergegeben, auf Wunsch mit automatisierter Kontoanalyse.
  • Kein anonymer Vergleich: Wer Angebote sehen will, legt seine Zahlen offen.
  • Keine Zusagegarantie: Wer bei der Hausbank wegen schwacher Bonität scheitert, bekommt auch hier keine Zusage garantiert.
  • Keine öffentlichen Zinsbeispiele.
  • Interessenkonflikt: Die Plattform verdient am vermittelten Kredit.

Alternativen

Die Nennung ist kein Vergleich und keine Rangfolge. Welcher Weg passt, hängt vom Vorhaben, den Unterlagen und davon ab, wie viel Zeit und Kontrolle man selbst investieren möchte.

  • Hausbank: idealerweise mit einem Vergleichsangebot in der Tasche
  • Weitere Banken und Sparkassen direkt: kostet Zeit, gibt volle Kontrolle
  • KfW-Förderkredit: über einen Finanzierungspartner nach Wahl, nicht zwingend die Hausbank; Antrag vor Beginn des Vorhabens
  • Direkte Online-Kreditgeber und Leasinggesellschaften

Quellen und Stand

Stand der Informationen: 23. September 2026

Allgemeine Bildung, keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Weitere Erklärungen